Dienstag, 9. Juni 2015

Faul:


Ich sitz auf der Terrasse umgeben von Hunden und Hühnern und bin faul. Ich sollt was schreiben, wirklich einfallen tut mir nix, weil ich bin faul. Also versuche ich einen faulen Tag Revue passieren zu lassen.
Um 4 Uhr zwanzig hat er begonnen, der Tag weil die Isi wieder einmal den Zeitungslieferanten begrüßt hat, danach haben mehrere Gelsen versucht mich zu besuchen, was ich leidlich spannend gefunden habe. Irgendwie hab ich es dann geschafft wieder einzuschlafen, aber um 10 vor sechs haben die Hühner und die Enten aus dem Hagen wollen und ich bin ihnen und meiner Blase gefolgt. Da hab ich schon gemerkt, heut wird´s heiß.
Durch meine Aktionen hab ich die beste Ehefrau geweckt, die dann mit mir plaudern wollt und das um sechs Uhr in der früh. Nach einigen Minuten small Talk sind wir dann kurz eingeschlafen, bis um sieben der über den Zaun geworfene Rico zu uns ins Bett gehüpft ist um uns zu begrüßen. Das wars dann mit Schlafen, weil Schlaf wird sowieso total überbewertet.
Nach dem traditionellen sonntäglichen Vollbad und einem von den Hunden gegessenen Frühstück bin ich dann mit ihnen spazieren gegangen, weil es noch kühler war, geschwitzt hab ich trotzdem, daher hab ich danach zum ersten Mal das Pool ausprobiert(natürlich für heute, war ja schon die letzten Tage warm und heute hats nicht mehr weh getan reinzugehen). Und seitdem sitz ich auf meiner Terrasse und bin faul so faul, das
s es schon fast peinlich ist. Selbst zum Essen bin ich zu faul, aber die Melone war saftig und süß. Wenn ich faul bin dank ich manchmal nach und diesmal hab ich über eine Facebookseite für unseren Verein nachgedacht. Alle haben eine sogar die nicht in der FCI organisierten Vereine. Also hab ich gedacht, mach ich halt eine. Aber dann hab ich nachgedacht. Eine Seite braucht Inhalte, eine offizielle Seite vor allem offizielle Inhalte, dass hieße ich müsste mich mit dem Vorstand auseinandersetzen, eine Erlaubnis einholen und schauen, das ich genug Inhalte bekomm-. Ich müsste mich um Fotos kümmern und wissen wer drauf ist, ich müsste allen zum Geburtstag gratulieren und alle Deck-Wurf und andere Meldungen erhalten, redaktionell bearbeiten und reinstellen. Dafür bin ich eindeutig zu faul. Aber wer weiß, es gibt kühlere Tage und weniger Faulheit und dann…
Jetzt sollten wir die Hühner und Enten füttern, das heißt ich müsste mich erheben und runter zum Hühnerhagen wackeln und ihnen ein Abendessen geben, aber die Hühner waren auch faul nur, zwei Eier, ob das reicht meine Faulheit zu überwinden.

Dann schweifen meine Gedanken ab und ich denke an den Enzo, der uns sehr stolz gemacht hat, weil er Vater geworden ist. Noch stolzer sind natürlich seine Besitzer und noch stolzer die Besitzer der Hündin. Aber ich weiß auch dem Elvis ist das völlig wurscht, der hatte seinen Spaß und träumt eher von Hamburgern ohne Gurke, Sauce und Brötchen. Wahrscheinlich  ist er auch faul, wie der Rico und ich.  Wünsch allen einen schönen Abend ich geh jetzt in Pool.

Letzte Tage im Mai:


Es war das letzte Maiwochenende und zur Überraschung alle verabschiedet sich der Mai so wie er es soll und scheinbar wird der Beginn des Junis noch besser. Also sind wir Samstag bekanntermaßen, wenn auch ein bisschen Inkognito spazieren gegangen und allen hat es gefallen. Besonders ein Thema hat uns gefesselt, aber darüber kann ich nicht berichten, weil es nichts mit Eurasiern zu tun hat.
Am Sonntag waren wir wieder die Stammtruppe(Rico wurde schon um schon in der Früh über den Zaun geworfen) und so machten wir uns zu viert auf einen schönen Maispaziergang. Diesmal gingen wir am Ufer des Urmeeres entlang in Mauer einfach der Strand genannt. Wer dort ght und ein bissel über die Urgeschichte Wiens Bescheid weiß, weiß sofort wovon ich spreche. Alles östlich der Hügel des Wienerwaldes war früher ein flaches Meer und Mauer liegt teilweise unter und teilweise über Wasser. Wäre ich damals geboren worden wäre er Platz wo ich heute lebe ein Korallenriff und ich ein Clowns Fisch namens Niko. So lebe ich in einem Haus mit Garten, kann mit Eurasiern reden und bin als Kasperl bekannt. Der Unterschied ist also enden wollend.
Die Natur hat alles ausgepackt was der Mai hergeben kann, Wiesenblumen blühenden Holunder und der Wein ist auch schon erkennbar. Die Luft ist wie Samt und Seide und alle paar Meter wälzen sich die Hunde und Gott sei Dank  nur aus Vergnügen und nicht  aus dufttechnischen Gründen. Die Hunde die wir trafen waren auch alle vergnügt und freundlich und so war der Ganze Spaziergang ein einziger Genuss.
Zu Hause angekommen begann der stressigere Teil des Tages weil Gartenarbeit ohne Ende stand an. Es wächst ja alles wie blöd außer dem Gras, das hat gerade mal die Höhe von Anfang April und ich hab noch nie gemäht. Keine Ahnung warum das so ist, aber das Unkraut die Hecken und die manchmal Hilflosen Dekorationen unseres Wildgarten spielen Mai. Außerdem waren wir gestern in Schönbrunn am Pflanzenflohmarkt und die beste Ehefrau hat ein paar Pflanzen gekauft.
Nachdem ich mein Tagwerk vollbracht hatte und gerade gemütlich beim Kaffee saßen und mir die beste Ehefrau Erdbeeren im Internet zeigte von denen ich noch nie gehört hatte(wisst ihr das es himmelblaue Erdbeeren gibt und wer will die?), hör ich plötzlich ein seltsames Rascheln vom Nachbargarten. Was soll ich sagen Heidi und Maria haben irgendwo den morschen Zaun durchdrungen und haben nicht wieder zurückgefunden. Der Erpel Emil war verzweifelt bei uns weil er einfach zu blad für das Löchlein war und ebenfalls zu blöd es mir zu zeigen. Sein Entenmörder Entenmörder Geschrei geht mir langsam auf die Nerven.

Also ich über den Zaun in den Nachbargarten, der an einem Sonntag menschenleer ist, da er zu einer Autowerkstatt gehört und habe dort begonnen die Türe die ich eingebaut habe, wieder freizulegen. Da eine Menge der Mechaniker Migrationshintergrund  haben und deshalb Angst vor Hunden haben sie vor die Türe zwei Paletten mit hundert Schrauben angeschraubt und außerdem eine Tonne Holzstämme davorgelegt. Ich hab also den ganzen Zinnober abgebaut mich dabei mit tausend Brombeerdornen gestochen und als ich das Ding endlich aufgekriegt habe ist die beste Ehefrau den Enten nach und hat sie schließlich sogar eingefangen und zurückgebracht. Jetzt mögen die Enten die beste Ehefrau auch nicht mehr wirklich. Derweilen hat die Jenny das Hühnerfutter gefressen und die Scheißviecher sind auch ausgebrochen. Und die Eurasier? Die haben das ganze verschlafen, weil nicht Essenszeit war. Jetzt sind die beste Ehefrau und ich erschöpft, das Federvieh in Sicherheit. Im Anschluss noch ein paar idyllische Popschfotos, weil bei der Entenaktion war keine Kamera dabei

ESC:


Heute ist ein abartiges Wetter. Seit gestern Abend regnet es ununterbrochen. Schon um sechs in der Früh habe ich bereit ein unangenehmes Erlebnis gehabt. Beim zurückgehen bin ich an unserer Bauernhortensie angekommen und musste mich danach abtrocknen und umziehen. Eine halbe Stunde später ist ein nasser Rico in mein Bett gesprungen und wollte kuscheln. Ich mag das Wort nicht und ich kuschle auch nicht gerne mit einem nassen Hund. Außerdem ist das Wort kusche ein Meilenstein in der Geschichte des domestizierten Mannes. Ein Mann der nur kuscheln will lüg meist oder ist kastriert.
Ihr seht schon ich bin schlechter Laune. Und wenn ich schlechter Laune bin werde ich gerne zynisch.
Ich bin schlechter Laune, weil a) das Wetter schlecht ist und b) ich seit einer Woche vom Songcontest dauerberieselt werde. Und weil er soo auf Toleranz pocht. Kanaldeckel singen ehemalige Songcontestlieder, die Cochita ist U-bahnstimme sagt dir aber nicht welche Station gerade angefahren wird sondern gibt Lebensweisen von sich, homosexuelle Ampelmännchen wurden für
350 000€ montiert. Wenn man jetzt sagt, so ein homophober Drecksack, so stimmt das nicht, ich habe schwule Freunde und mir ist es völlig egal welche sexuelle Ausrichtung ein Mensch hat, aber ich hab was gegen verlogene Symbole die niemanden was bringen und man das Geld für sinnvollere Dinge ausgeben könnte.
Und dann die Musik, ich weiß nicht, aber wie viele Siegerstücke sind heute noch bekannt und wieviele Sieger haben wirklich eine Karrieren gemacht, eine Handvoll.
Also hol ich grantig wie ich bin die Zeitung die aufgeweicht ist, so wie ich bis ich wieder im Haus bin. Nachdem der Rico dann mein Frühstück gegessen hat und die anderen auch, obwohl der Rico meint sie hätten sein Frühstück gegessen, schlag ich die Zeitung auf und was find ich nix nur ESC, denk mir dann schau ich mir halt das Fernsehprogramm und den Sport hinten in der Zeitung an, was ist da, nur ESC. Es brauchte eine Weile bis ich draufgekommen bin, dass die Zeitung in einer ESC Sonderausgabe eingeschlagen war. Ich hör also auf zum hyperventilieren und les die Zeitung, dann überleg ich mir wie ich der Gabi erschrecken könnte. Ich beschließe, ihr kurz vor zwei eine Nachricht zu schicken, dass ich erst fünf Minuten später im Märchenwald sein könnte, um mich dann über ihre verzweifelten Ausreden zu amüsieren, warum sie noch nicht dort sei. Ich habs dann nicht gemacht, weil ich eingenickt war. Ich hoffe die Gabi war nicht dort, aber nachdem sie sich toter als tot gestellt hat, war sie es offensichtlich nicht.
Also bin ich weiter grantig und müdeund die Hunde auch. Ich bezweifle, dass der Rico auch nur einmal zum pinkelndas Haus verlassen hat. Er ist grantig, außer ich versuche was zu essen, dann nimmt er´s mir weg.
Jetzt ist es Abend und ich überleg mir, was ich mir anschauen soll vielleicht den ESC. Nein dafür bin ich zu alt und zu müde.


Muttertag:


Heute ist Muttertag und vorab allen Müttern alles Gute vor allem meiner und Christas Mutter, der Christa selber und der Milena. Alles Mütter. Aber heute war ich bei einer Muttertags Feier der anderen Art eingeladen und davon möchte ich erzählen. Das ganze passierte bei meinem Spaziergang mit den Hunden im Märchenwald. Ich ging so für mich hin und habe die Natur genossen und plötzlich war ich weg und ganz wo anders.
Ein Raum irgendwo zwischen L.A. und Gramatneusiedl. Er war karg aber geschmackvoll eingerichtet irgendwie wie das Raumschiff Enterprise. Erst bin ich allein… nein nicht ganz alleine Aurelia Isi und Rico sind auch da, aber im Gegensatz zu mir wirken sie nicht wirklich überrascht. Ich bins eigentlich auch nicht, weil mir schon ziemlich viel passiert ist.
Dann fallen mir Fotos an einer Wand auf. Alles Hunde und alle kenne ich gut. Es sind Cadisha von Alderaan die Urmutter aller Casvalons, deren Schwester Capri und Cadishas Tochter Bellina die Urmutter der Ragnvalds(Monika Petermeiers Zwinger). In einer zweiten Reihe Isi und Aurelia und in einer dritten Reihe Dascha von Casvalon.
Ich bin verdutzt. Noch verdutzter bin ich wie plötzlich ein Hund nach dem anderen reingebeamt wird. Erst kommen Eisenhower, Enzo, Zeeva und Shenna, die Gelia und die Collen samt Ball, und dann kommt noch der Elvis und der Chewi vom Bodensee.
Eisenhower erhebt das Wort:
Liebe Freunde von der NSAE wir haben uns heute zu einer Sitzung unserer Vereinigung getroffen um einige sehr erfreuliche Ereignisse zu feiern.
Als erstes heute ist Muttertag und wir Casvalonier gedenken unserer Blutlinie und freuen uns ein paar Freunde bei uns zu sehen.
Wie ihr seht haben wir die großen Mütter, aber auch Tanten unserer großen Familie abgebildet. Ganz oben Cadisha und Capri die große Urtante und Cadishas Tochter Bellina. Durch Bellina fließt auch in den späteren Würfen das edle Blut von Cadisha. Capri war das große Vorbild unserer geliebten Tante Aurelia, die auch jungfräulich geblieben ist und sich lieber der Aufzucht der Nichten und Enkel gewidmet hat. Isi unsere geliebte Mutter weilt hier unter uns und unsere Cousine Dascha die auch die Blutlinie weitergegeben hat. So besteht die Hoffnung, dass unsere erlauchte Familie noch lange bestehen wird. Alle Mütter und Tanten leben hoch auch die Gelia die mit der Colleen und vielen anderen eine uns sehr nahe Familie gegründet hat. Alle Mütter und Tanten leben hoch!!
Alle: Hört, hört.
Gelia: Also ich bin echt gerührt.
Isi: Ich auch.
Aurelia: Das ihr an mich gedacht hat.
Colleen: Aurelia ist ja auch nicht zu übersehen.
Zeeva und Shenna: Hihihihi..
Aurelia: Ruhe ihr junges Gemüse. War keine leichte Aufgabe aus den D´s und den E´s anständige Eurasier zu machen, sie hatten all etwas von Kleinkriminellen aber…ähäm mit einem gewissen Charme.
Chewi: Und was mach ich eigentlich da.
Eisenhower: Du bist der lebende Beweis, dass auch andere Züchter es schaffen können Eurasier mit einer gewissen eigenständigen und anarchischen Art heranzuziehen. Und die Melters können das offensichtlich auch. Und weil du schon länger mit uns verbunden bist und eine Ausbildung zum NSAE Agenten gemacht hast. Erlauben wir uns dich jetzt als ordentlichen Agenten für Manipulation und Verhörtechniken aufzunehmen. Du wirst in Zukunft auch schwierigere Personen als deine Tanja zu manipulieren und wir werden dich auch bei Verhören einsetzen. Du wirst vor allem mit dem Elvis zusammenarbeiten, dein Verbindungsoffizier wird die Zeeva sein.
Chewi: Also ich bin sprachlos.
Eisenhower(schmunzelt): Das ist doch meist der Niko.
Ich: Und was tu ich hier.
Eisenhower: Du bist als Hofberichtbestatter da.
Ich: Ahso.
Eisenhower: Weiters wird auch Shenna ordentliche Agentin, mit dem Spezialgebiet EDV.
Und jetzt noch etwas Erfreuliches. Der Ghost auch Enzo genannt wird Vater.
Elvis: Wahnsinn, i werd Onkel und du ah Rico.
Rico: Pfau, gatulier Oida i gfrei mi.
Alle: Wir auch gratulier wann ist es den soweit.
Enzo: Danke ihr macht mich ganz verlegen(er macht sich unsichtbar).
Rico: Typisch Ghost, er ist ja so schüchtern.
Enzo: Und was machst du, Rico.
Rico: Ich bin jetzt Lebenscoach, und schreib ein Lebenshilfebuch.
Collen: Und wie heift ef.
Rico: Zehn Punkte zur eurasischen Tiefenentspannung und der völligen Nervenzerrüttung deines Menschen.
Gelia: Interessant. Und wie weit bist du?
Rico: Zwei Kapitel hab ich schon. Eurasisches Yoga(Die Leser meiner Geschichten kennen das schon) und die transzendentale Abkürzung.
Elvis: Trans was…
Rico: Also wenn du etwas wichtiges zu tun hast, wie einen Bericht an einem Baum lesen, einen Rehrattler fressen oder einen Hasen nach der Uhrzeit fragen, findet der ausgebildete Eurasier einen Weg alles wichtige zu tun und duch das benützen der transzendentalen Abkürzung wieder bei deinem Menschen zu sein ohne dass der was merkt.
Gelia: Genial, meine hat das immer bemerkt oder zumindest fast immer. Dabei war ich eh nie weg nur manchmal nicht da.
Eisenhower: Und wo hast du die Ausbildung gemacht?
Rico: In der esoterischen Hundeschule „zur fünften Pfote“.
Colleen: Und wars interessant?
Rico: Bis zu einem bestimmten Grad.
Chewi: Und das wäre?
Rico(etwas verlegen): Nach der ersten Prüfung wollt die Hundetrainerin, das ich jetzt auch vegan lebe, sie hat gemeint nur so werde ich die fünfte Pfote erlangen.
Zeeva: Furchtbar und was hat du gemacht?
Rico: Ich habe sie gefressen, ich mag nicht vegan leben, ich liebe Huhn.
Alle lachen, ich auch weil ich weiß das der Rico gerne flunkert und weder in einer Hundeschule war noch von irgendwem aufgefordert wurde vegan zu essen.
Danach wurde noch ein bisschen gefeiert und geplaudert, dann wurden alle nach Hause gebeamt und wir in den Märchenwald. Der Rico hat dann ein paar Mal die transzendentale Abkürzung ausprobiert und ich habs (fast) nicht gemerkt.


Sturmwarnung:


Wir leben in einer Gesellschaft, die vor allem eine Sache versucht, zur Perfektion zu treiben. Der Blick in die Zukunft wird in allen Bereichen der Gesellschaft zur Besessenheit. Es gibt Wetterapps die das Wetter schon ein halbes Monat voraussagen. Ernsthafte Wissenschaftler versuchen die Entwicklungen der Wirtschaft vorauszusagen.  Polizei und Geheimdienste versuchen herauszufinden, was Menschen tun werden, und Werbeleute versuchen vorauszusagen, was Menschen kaufen werden. Das Gute daran ist, es funktioniert nicht richtig, nicht einmal beim Wetter.
Seit drei Tagen werden wir bei schönsten Wetter darauf aufmerksam gemacht, wie grauslich das Wetter am Dienstag sein wird. Das trübt doch ein wenig die Stimmung. Also hab ich gestern begonnen mich auf den Weltuntergang vorzubereiten. Sandsäcke zum Pavillion, damit er nicht davonfliegt, weil Sturmwarnung hamma auch. Die Poltermöbel abgedeckt, wegen des Starregens. Wäsche geborgen und so weiter. Dann leg ich mich ins Bett schlaf ein und werde um sechs durch die Enten geweckt und das Wetter? Wolkenloser Himmel milde Temperaturen und Windstille. Das wildeste war der Rico, der eine halbe Stunde später in mein Bett geflogen kam um mit mir zu kuscheln. Heute war er besonders gut drauf und ich deshalb wegen Gesichtswaschung und Stubbsereien hellwach.
Da auch ich gerne in die Zukunft blicke hab ich mir im Frühstückssender das Horoskop angeschaut. Und was sagen sie aufräumen ist angesagt. Also hab ich mir bei dem schönen Wetter den Garten vorgenommen und zwei Büsche terminiert und weggeräumt, wegen der die beste Ehefrau schon seit Monaten quengelt. Das richtige Horoskop und das Ganze war in zwei Stunde erledigt. Und weil das Wetter immer noch so schön war, bin ich dann mit den Hunden spazieren gegangen.
Am Wochenende habe ich keine Zeit gehabt, weil wir ja diverse Familienfeiern hatten. Am Freitag hatte der Rico Geburtstag, am Sonntag der Krümel und am Montag meine Schwiegermutter und morgen hab ich. Scheiße ich hab auch Geburtstag und dazu noch den 57 gen. Das klingt schon verdammt nach 75, immerhin bin ich praktizierender Legastheniker. Ich glaub nächstes Jahr wird ich wieder 56. Und wenn ich mein Leben Revue passieren lasse, wie wars? Na Gut, ich war schon erfolgreicher als heuer. Karriere als Schriftstelle begraben und Auftragslage als Retaurator auch nicht gerade prickelnd. Manchmal hätte ich gerne ein sicheres Leben, aber sicher wars noch nie. Aber wahrscheinlich würd ich eingehen bei sicher. Und sonst. Was soll ich sagen tolle Kinder, tolle Hunde und beste Ehefrau, also alles toll bis auf mich, damit kann man doch leben. Und ich habe den Märchenwald mit diesen tollen Charakteren die ununterbrochen in meinem Kopf herum spuken, und ja die machen mir echt Spaß, auch wenn ich nicht jedes Wort aufschreib, weil eigentlich machen die das nur für mich und hie und da lass ich halt andere daran teilhaben und im Märchenwald bin ich der berühmteste Schriftsteller. Für mich ist das so ähnlich wie der tausend Morgenwald für Christopher Robin in Puh der Bär.
Und deshalb eine kurze Probe, was heut in meinem Kopf war.
Ich: Rico? Riiico wo bist du?
Rico(einen halben Meter hinter mir) Chr,chr,chr.
Ich: Also ich hass das wenn du das machst.
Rico: Und ich find es sehr entspannend und außerdem wischerl ich mich halbert an vor lachen, wenn du mich suchst.
Ich: Sehr lustig.
Und wie findest du das Wetter?
Rico: Sturmwarnung.
Ich: Woher weißt….
Rico: Vom Krümel er hat mir acht verschiedene Wetterapps auf deinem Handy gezeigt und mir davon erzählt.
Ich: Aber der Krümel spricht doch nur ein paar Worte.
Rico: Wir skypen.
Ich: Häh?!
Ja ich hab ein spezielles Skypeprogramm eingebaut bekommen, von der NSAE und damit können der Krümel und ich kommunizieren.
Ich: Ich bin beeindruckt, kann ich auch so ein Skypeprogramm?
Rico: Nein das geht nicht so viel Platz ist nicht in deinem Hirn, da reicht das Märchenwaldprogramm.
Ich: Aha. Das heißt ich muss weiter seine Gesten und Ur laute interpretieren.
Rico: Und unzählige Gießkannen mit Wasser füllen, chr,chr,chr.
Ich: Wurscht ich versteh den Krümel auch ohne Skypeprogramm.
Rico: War übrigens ein nettes Wochenende, alles für mich Torten Hühnerbeine Gummibären und…
Ich: Ganz ganz viel Liebe.
Rico: Ja die auch…..
Ja jetzt bin ich wieder zu Hause und der Sturm und der Regen haben auch endlich begonnen, ein bissel später als vorhergesagt. Aber Wahrsagerei ist ja keine exakte Wissenschaft.
Und ein paar schlechte Fotos gibt’s auch.


Ohne Namen:


Mir fällt nicht einmal ein Titel ein. Eigentlich sollt ma beim Eurasiertreffen sein, aber sind wir nicht dort wir haben besseres zu tun. Wir sind krank. Es war schon die letzte Woche absehbar, dass das nichts wird, aber es ist noch schlimmer geworden. Erst hat es so ausgeschaut als ob wir beide mit Sauerstoff ganz gut überleben könnten, aber jetzt ist bei mir noch eine tödliche Männerkrankheit dazugekommen. Man nennt sie einfachen oder gemeinen Schnupfen und er hat mich voll im Griff. Die Nase fühlt sich an wie ein Ameisenhaufen, die Haut rund herum hängt in Fetzen herunter und das Rückenmark ist auch angegriffen. Meine Beine fühlen sich an wie zwei Fetzen und mein Hirn ist durch die Nasenlöcher ausgeronnen. Hätt ich nicht die tollen rosa Pillen von der Gabi wär ich wahrscheinlich schon abgenippelt. Diesmal hat sogar die beste Ehefrau so etwas wie Mitleid, weils ihr selber ähnlich schlecht ging. Aber sie hat zwei Tage Vorsprung. Einen Vorteil haben die rosa Pillen, sie erweitern das Bewusstsein und so habe ich heute ziemlich esoterische Erfahrungen mit den Eurasiern gemacht. Es geht um abergläubische Eurasier. Heute beim Füttern ist es mir wieder aufgefallen. Der Rico geht niemals durch die Küchentüre in die Küche, sondern entweder durch Wohnzimmertüre und wenn die zu ist, dann rennt er rund ums Haus geht durch die Hundeklappe rein. Schon ein wenig seltsam.
Dazu folgendes Gespräch: (Wegen des Futters teils mit vollem Maul geführt.)
Isi: Fag Rico wiescho kommst du nie durch die Küchentüren.
Rico: Dasch ischt doch klar. Das bringt Unglück!
Schwarzer Rüde durch die Küchentüre bringt nix Gutes, Rüde von hinten spricht dafür.
Aurelia: So ein Blödsinn, so was hab ich noch nie gehört. Man muss dreimal durch die Klappe gehen und sich vom Niko rein lassen, das bringt Glück.
Isi: Klappe ist überhaupt böse.Ich hab jahrelang Therapie gebraucht um sie im Notfall zu benützen.
Jenny: Mir ist das alles Wurscht, der kürzeste Weg zum Futter ist der beste. Aber man muss mindestens 20 Mal in die Höhe springen damit es kommt.
Alle: Kusch Beagle(die Jenny seufzt).

Ich glaub ich werf jetzt noch eine rosa Pille ein, vielleicht wird es dann Morgen besser.  Aber jetzt muss ich aufstehen und die Aurelia bei der Türe rein lassen damit sie noch zweimal durch die Klappe gehen kann.

April:


Heute war ich mit meinen Hunden wieder einmal spazieren und da wir nur zu viert waren, hatte ich viel Zeit zum nachdenken.
April wir nähern uns der Mitte dieses Monats der heuer seinem Namen alle Ehre macht. Letzte Woche hat es noch geschneit, Minusgrade am Morgen waren normal. Jetzt haben wir 20° im Schatten und alles blüht.
April in den letzten Jahren ist immer was Besonderes gewesen. 2011 waren die D-Casvalonier gerade sechs Wochen alt und haben mich in Atem gehalten. 2012 kamen die E-Casvalonier auf die Welt und wurden zu den berühmtesten Welpen der Welt, dank Livestream. Und seitdem hab ich den Rico zumindest fast. Wo ist er denn? Oh er betreibt schon wieder Euraseryoga und geht meditativ immer einen halben Schritt hinter mir.“2013 kam der Krümel auf die Welt und hat wenig später das Kommando über meinen Computer und mein Handy übernommen.
 2014 hielt ich mein Buch in Händen und war voller Hoffnung, dass ich jetzt zumindest so berühmt werde wie die E-Welpen. Leider hat es sich als riesiger Flop herausgestellt. Abgesehen von den paar Büchern die ich selber verkauft habe, hab ich zumindest messbar keines verkauft. Also sind die E´s noch immer berühmter als ich und ich muss mich damit abfinden kein berühmter Schriftsteller zu werden.
Heuer ist gar nix nur mein Geburtstag Ende April und da werde ich 57. Ich geh grad durch das ehemalige Ruinengelände und je älter ich werde, desto näher rückt der 2.Weltkrieg meinem Geburtstermin. Gerade heuer wegen des Bedenkjahres  70 Jahre Kriegsende werden wir ja gerade mit allen möglichen Dokus zugeschwappt, mit guten und weniger guten. Seit ich 14 Jahre alt war hat mich der Krieg interessiert. Davor eher weniger. Erst im Nachhinein ist mir aufgefallen, dass es auch noch in den 60iger Jahren vom Krieg zerstörte Häuser in Wien gab und die Tafeln die genau dort standen, wo ich auch jetzt noch mit den Hunden spazierengehe mit der Aufschrift Ruinengelände, Achtung Minengefahr, betreten verboten! Haben wir damals nicht mehr ernst genommen. Die Tafeln sind nie abgenommen worden, aber irgendwann waren alle verschwunden. Heute ärgert es mich, dass ich damals keine geklaut habe. Auch der Fund von deutschen und russischen Stahlhelmen in unserem Garten hat bei uns nur gelinde Sensationsgelüste  ausgelöst.
Meine Eltern haben so wie viel Kriegsbetroffenen nicht wirklich viel darüber geredet. Nur bei feuchtfröhlichen Abenden wurden von den Männern Anekdoten erzählt. Kein Wunder also, dass für mich das Wort Krieg als Kind keinerlei Schrecken bereitete, sondern ich es eher für ein Art Ferienlager hielt. Das änderte sich erst Ende der 60iger als der Vietnamkrieg in unsere Wohnzimmer einzug hielt. Erst mit der Pubertät begann ich mich intensiver mit der dieser Zeit zu beschäftigen, nachdem bei uns der Geschichtsunterricht in der Unterstufe mit 1918 endete. Erst noch unkritisch und mit einer gewissen Freundlichkeit für die „Unsrigen“ aber bald wurden mir die Verbrechen dieser Zeit immer mehr bewusst. In der Familie wurde trotzdem nicht wirklich darüber geredet und erst kurz vor seinem Tod erzählte mir mein Vater seine Erlebnisse ohne dabei irgendwelche beschönigende Worte zu verwenden. Mein Vater war bei Kriegsende 19 und was er erlebt hat, möchte ich in hundert Jahren nicht erleben.
Daran hab ich also gedacht wie ich durch das „Ruinengelände“ marschier. Ein paar Mauern sind noch sichtbar, aber das meiste hat sich die Natur schon zurückgeholt.
Dann überholt mich der Rico, offensichtlich hat er seine Mediation beendet und schließt sich den Mädels an. Ich kehre in die  Gegenwart zurück und geniesse die vielen Blumen, die ich alle nicht kenne, aber schön sind sie. Zu Hause angekommen habe ich dann unser Pool gereinigt und begonnen es einzulassen, aber das war so grauslich, dass ich darüber nicht schreiben will.
Es ist April und heuer wird nix passieren, außer mein Geburtstag, aber der Oktober, der wird aufregend.

Ja und ein paar schlechte Fotos hab ich auch noch.