Montag, 12. August 2019

Der Geruch des Todes:



Ich liebe unsere Hunde, unsere Hunde sind Kuscheltiere, aber nicht immer will ich mit ihnen kuscheln. Es gibt da nämlich einen dunklen Punkt bei unseren Hunden. Einen Punkt den wir gerne verdrängen. Der Hund stammt von Tieren ab, die auch Aas nicht verachten. Auch ihr Geruchsgeschmack entspricht nicht dem, was uns angenehm ist, außer man ist ein wahnsinniger Serienmörder mit nekrophilen Neigungen. Wir mögen kein Gammelfleisch und der Geruch von Verwesung ist uns nicht angenehm. Nicht angenehm ist eigentlich eine ziemliche Untertreibung. Aber von Anfang an. Im Augenblick werden wir von Kadavern unterschiedlicher Größe wahrlich bombardiert. Erst stirbt ein Huhn, es fällt einfach tot von der Stange und ich begrab es. Dann kommt die Woche der toten Eichhörnchen. Insgesamt vier liegen bei uns an verschiedenen Tagen herum, zwei haben die Katzen in die Wohnung gebracht und dann irgendwo verloren. Die Suche war grauslich und mühsam. Von den toten Mäusen unterschiedlicher Größe will ich gar nicht sprachen. Alle hab ich gefunden, manche leider erst als sie schon unbeschreiblichen Gestank von sich gegeben haben. Aber wenn man sie findet und entsorgt ist es vorbei. Dann hat der Fuchs ein undiszipliniertes Huhn erwischt dass sich beim Einsperren versteckt hat. Meine Frau hat es in der Nacht noch gackern gehört, ich wollt nicht aufstehen und es suchen am nächsten Morgen war es fort. So gut so schlecht aber es wird noch schlimmer. Eines Tages gehen wir am frühen Nachmittag die Hühner füttern, ich such gerade Eier, als mich ein wilder Schrei der besten Ehefrau von allen alarmiert. Sie zeigt zu einem grauslichen Bündel beim Zaun das die Pauline gerade genüsslich kontrolliert. Das Gfrast hat das bereits einige Wochen Tote Huhn ausgegraben. Ich renn hin grab das Loch tiefer hau das stinkende Bündel rein und hau noch mehr Erde drauf und tret die Grube fest. Am Abend hat die Pauline ein Bein von dem toten Huhn, ich würge und nehm es ihr weg. Am nächsten Tag hat sie es wieder ausgegraben und ich hab es unter einer 25kg schweren Waschbetonplatte bestattet. Nun hab ich gehofft, is ah Ruh.
Dann letzten Donnerstag. Der Michi war als einziger zu Gast und wir hatten gerade gegessen. Auf einmal ein Gestank, Tod, Verwesung unglaublich. Aber wir haben nix gefunden. In der Nacht bin ich aufgestanden weil der Verwesungsgeruch so arg geworden ist, dass ich davon aufgewacht bin, auch die beste Ehefrau von allen hat darunter gelitten. Am Morgen geh ich die Hühner raus lassen und was liegt mitten auf dem Weg im Garten? Der Kadaver vom andern Huhn in einem unbeschreiblichen Zustand. Ich hab es mit einer Schaufel zum fliegen gebracht und in den unbenützten verwilderten Nachbargarten geworfen, es ist mindestens 25 m weit geflogen und belästigt uns nicht mehr. Auch niemanden anderen und vielleicht essen Fuchs und Marder fermentiertes Huhn. Jetzt wusste ich auch was den Verwesungsgeruch verursacht hat, es war die Pauline. Dreimal haben wir sie ausgebürstet, schleimig war sie nicht, der Geruch hat sich ganz einfach im Fell festgesetzt. Gott sei Dank haart sie ab und jetzt stinkt sie nicht mehr, sie riecht nur nicht gut, damit kann ich leben. Außer sie setzt sich auf mein Gesicht. Die Zeit des Geruchs des Todes ist vorbei im Augenblich befinden wir uns in der Zeit des Körpergruchs. Warum ich sie nicht gebadet habe. Ich wollt nicht das sie verfilzt, weil sie im Augenblich ihr ganzes Haar verliert und wir sie ununterbrochen ausbürsten müssen. Deshalb ist sie auch ununterbrochen auf der Flucht, das hat ihr die Aurelia beigebracht. Listiger Hund diese Pauline.

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