Montag, 12. August 2019

Ebony and Ivory:



Der 8. Juli 2017 war einer der schwärzesten Tage in meinem Leben. An diesem Tag musste ich meine geliebte Isi gehen lassen. Sie war erst 9 Jahre alt, aber der Krebs hat wieder einmal ein Opfer gefordert. Isi war eine besonders liebe Hündin, die jeden gemocht hat und die jeder mochte. Wenn du einmal angefangen hast sie zu streicheln, durftest du nicht mehr aufhören sie zu streicheln und ihr Augenaufschlag war legendär. Sie hat uns zwei wunderbare Würfe geschenkt und lebt in Rico bei uns weiter. Eigentlich wollte ich nur abklären lassen ob nach ihrer Mamma Tumoroperation was zurückgekommen ist aber wie schlimm es war und dass ich sie sofort einschläfern musste, damit habe ich nicht gerechnet. Aber sie hat uns so viel Liebe gegeben, dass ich es ihr schuldig war sie aus der Narkose nicht mehr aufzuwachen zu lassen.
Ich habe schon oft versucht Menschen, die dasselbe durchgemacht haben Trost zu zusprechen und habe ihnen immer geraten sich sobald wie möglich einen neuen Welpen zu holen. Bei mir war das natürlich anders. Ich war völlig Trostresistent und einen neuen Welpen wollte ich auch nicht, hab ich gedacht. Also war ich Internetabstinent, habe nicht telefoniert und bin in meinem schwarzen Loch gehocktund war fertig mit der Welt. Hier beweist sich wieder einmal, wie gut es ist wenn man eine Familie hat und Freunde, die einen mögen. Die Gabi ist mit mir spazieren gegangen und hat mit mir geweint. Ich hasse es weinerlich zu sein, aber manchmal geht es nicht anders und jetzt im gesetzten Alter geniere ich mich wenigstens nicht. Meine Frau hat die Monika angerufen und unser Leid geklagt. Und die Monika war halt so wie sie ist. In so einem Fall nicht herb, sondern sanft und einfühlsam, aber, das haben wir damals nicht gewusst voller Tatendrang und mit dem unbedingten Willen beseelt uns zu helfen. (Ich weiß das hört sie nicht gerne, komischerweise gehört sie zu den Menschen die Gutes tun und nicht gerne darüber sprechen.) Meine Kinder und meinen Freunde begannen sich um die Finanzierung des Welpen zu kümmern, weil wir in dem Jahr schon so viele unvorhergesehene Ausgaben hatten, dass unsere finanziellen Ressourcen eigentlich nicht mehr vorhanden waren. Ich hab von dem allen nicht viel mitbekommen.
Am 9. Juli ruft mich die Monika an und erzählt mir von einer gewissen Familie Amraad in der Schweiz die gerade einen Wurf haben und einer davon zufällig eine Hündin, könnte eventuell nicht vergeben sein, weil die Familie die ihn krigen soll, noch nicht da war und noch ein zweiter Wurf gefallen war wo man tauschen könnte. Ich soll doch bitte der Dame ein Mail schreiben und unsere Situation schildern und außerdem hat sie gesagt soll ich mich benehmen. Für Menschen die die Beziehung der Monika und mir nicht kennen. Wir haben beide aus demselben Wurf unseren ersten Eurasier bekommen und vier Monate später haben wir uns auf unserem ersten Eurasiertreffen kennengelernt. Und ich weiß nicht wieso, seitdem hat die Monika immer auf mich aufgepasst. Das ich schön grüße, dass ich mich benehme und nicht in allzu viele Fettnäpfchen  trete. Wir blieben befreundet, als sich unsere Hündinnen nicht mehr mochten und uns in einige peinliche Situationen gebracht haben. Die Capri war schön die Cadisha, unsere, war fruchtbar und so nahmen sie aus unserem B-Wurf die Bellina zu sich. Alles andere ist Geschichte. Wir hören oft monatelang nichts voneinander, sehen uns jahrelang nicht, aber wenn wir uns treffen ist es so als wäre es gestern gewesen. Gut alles andere ist Geschichte und daher hab ich auch meinen Namen. Darf ich mich vorstellen Netsch, bist du deppat Netsch.
Genug abgeschweift. Ich hb das Mail geschrieben, die Möglichkeit eines Tausches war wegen zu weniger Weibchen nichtgegeben. Nach einigen sehr freundlichen Mails hatte ich eigentlich zu 98% eine Absage erwartet, weil ich auch nicht wollte das Leute die ältere Rechte haben wegen mir verzichten müssen, was ich auch geschrieben habe.
Eine Woche später es war wieder Sonntag, kam ich mit meinem reduzierten Rudel vom Spazieren zurück und die Christa hat nur gesagt ich müsse am Nachmittag die Monika anrufen. Also hab ich sie ein bissel später angerufen und sie sagt mir ich muss am Abend die Karin van Amraad anrufen,weil wir einen Welpen von ihr bekommen. Angeblich hat ihr die Familie nicht gefallen. Ich war platt, plätter als platt. Eine Woche nach der Tragödie tut sich das Tor zum Himmel auf und ich hab kreine Ahnung wie sie das gemacht hat. Gut, die Mutter stammt aus ihrer Zucht, gut sie sind befreundet, aber trotzdem. Aber eigentlich war es mir egal, ich stammelte ein paar Dankesworte versprach mich zu benehmen und auch mit der besten Ehefrau in die Schweiz zu fahren um mich einer charakterlichen Überprüfung zu stellen. Natürlich hat die Monika uns begleitet und mich daran gehindert mich allzu schlecht u benehmen. Über die Fahrt dorthin und auch die Abholung gibt es schon schriftliche Aufzeichnungen und so lasse ich sie aus. Seit vierzehn Tagen wohnt jetzt die Pauline bei uns und macht mich mit ihrer unnachahmlichen Art glücklich. Ich denke immer noch viel an die Isi aber es tut nicht so weh. Also hatte ich mit dem Rat sich einen Welpen ins Haus zu nehmen doch recht, sogar bei mir. Übrigens, die Monika hat sich den Namen Pauline gewünscht und es schaut so aus als würde sie den auch behalten, weil sie ist so typisch Paulinenmäßig.

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